Zusammenfassung

Eine persönliche Geschichte über meinen Weg zu TEDx: von den ersten Workshops über Theater und Rednerclubs bis hin zu meiner Arbeit als Fotografin auf der TEDx Bühne. Ein Blick hinter die Kulissen, der zeigt, wie Leidenschaft, Entwicklung und Begegnungen ein Leben verändern können.

Inhaltsverzeichnis

Eine Begegnung im Alltag

„Man kauft sich so ein Ding und freut sich fünf Minuten, und dann geht der Alltag weiter“, sagt Peter und zeigt auf eine Silberkette mit einem Bernsteinanhänger, die auf dem Tisch liegt.
„Ich habe so viele davon gekauft …“, führt er fort.

Dann streckt er die Hand aus, nimmt die Kette, hält sie kurz und reicht sie mir.
„Nimm. Ich schenke sie dir.“

Ich kenne Peter noch nicht besonders lange.
Er ist mein Nachbar. 1,92 Meter groß, mit großen grünen Augen, umrahmt von rabenbraunen Augenbrauen. Haare und Bart sind grau. Er ist über 80, und er hat sein Leben in vollen Zügen gelebt.

Vor Kurzem ist seine Frau gestorben. Vierzehn Jahre hat er sie gepflegt. Sie konnte nicht mehr laufen. Und dann war sie weg. Kurz vor Weihnachten.

Kurz nach ihrer Beerdigung habe ich ihn fotografiert. Jedes Mal, wenn ich Peter sah, war er elegant gekleidet – charmant, mit dieser klassischen Eleganz und einem Hauch Indigo. Immer mit Schmuck. Fotografisch gesehen: ein sehr interessantes Gesicht. Ich überredete ihn zu einem Fotoshooting.

Weihnachten allein

Am 23. Dezember druckte ich die Bilder für ihn aus und klopfte an seine Tür. Er war zu Hause. Auch Weihnachten wird er zu Hause bleiben. Dieses Jahr allein. Seine Familie holt ihn nicht ab. Ich weiß nicht, warum.

Ein Geschenk, das mehr bedeutet

Er hält die Kette immer noch vor mich hin, und ich denke daran, dass sie ihn fünf Minuten glücklich gemacht hat – und nun mir gehören soll. Ich kann sie nicht annehmen.

„Wenn du ein Geschenk bekommst, musst du es annehmen“, sagt Peter und drückt mir die Kette in die Hand.

Dann schaut er sich die Fotos noch einmal an, zeigt auf eines und sagt:
„Das gefällt mir am besten. Ein Schauspieler. Du kannst es im Fernseher zeigen oder so.“

Er lächelt.

Ich verabschiede mich, gehe nach Hause und werfe Peter eine Weihnachtskarte in den Briefkasten. Ich schreibe einem Nachbarn und bitte ihn, Peter bei Gelegenheit zu besuchen.

Welche Freude bleibt?

Welche Freude dauert länger als fünf Minuten?
Die geteilte Freude.

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